Google Analytics 4 einrichten klingt nach fünf Minuten – bis Sie nach einer Woche merken, dass nur Ihre eigenen Besuche gezählt wurden. Eine Wetterstation misst auch erst dann verlässlich, wenn sie richtig aufgestellt und geprüft ist.
Diese Anleitung führt Sie durch die Einrichtung für eine Unternehmenswebsite: von Konto und Property über den Einbau bis zur Kontrolle, ob die Daten stimmen.
Inhaltsverzeichnis
Bevor Sie beginnen
Google Analytics zeigt, wie Besucher Ihre Website nutzen: welche Seiten sie aufrufen, woher sie kommen und ob sie zum Beispiel ein Formular absenden. Die Search Console zeigt dagegen, wie Ihre Seite in der Google-Suche erscheint. Beide ergänzen sich; die Einrichtung der Search Console beschreibt unser Beitrag Google Search Console einrichten.
Bevor Sie Google Analytics 4 einrichten, klären Sie drei Dinge: Wer verwaltet das Konto? Welche Fragen sollen die Daten beantworten? Und wie holt Ihr Cookie-Banner die Einwilligung der Besucher ein?
Google Analytics 4 einrichten in fünf Schritten
- Konto anlegen: Unter analytics.google.com mit einem Google-Konto anmelden, das dem Unternehmen gehört – nicht dem privaten Konto einer Mitarbeiterin.
- Property erstellen: Namen, Zeitzone und Währung festlegen. Für Österreich wählen Sie die Zeitzone Wien und Euro.
- Datenstream „Web“ hinzufügen: Website-Adresse eintragen. Sie erhalten eine Mess-ID, die mit „G-“ beginnt.
- Tag einbauen: über den Google Tag direkt im Code, über den Google Tag Manager oder über ein WordPress-Plugin. Wählen Sie nur einen Weg, sonst wird doppelt gezählt.
- Weitere Personen hinzufügen: mit passenden Rollen, etwa nur Lesezugriff für die Agentur, die Berichte erstellt.
Die Oberfläche ändert sich regelmäßig. Die aktuelle Anleitung finden Sie in der Google-Analytics-Hilfe (abgerufen am 24. Oktober 2026).
Einwilligung und Datenschutz
In der EU dürfen Analyse-Cookies in der Regel erst nach Einwilligung gesetzt werden. Ihr Cookie-Banner muss deshalb mit Google Analytics zusammenarbeiten. Google bietet dafür den Einwilligungsmodus (Consent Mode), den viele Banner-Lösungen unterstützen.
Prüfen Sie im Browser: Wird vor der Zustimmung schon etwas an Google übertragen? Erwähnen Sie Google Analytics in Ihrer Datenschutzerklärung. Die rechtliche Bewertung im Einzelfall gehört zu Ihrer Datenschutzberatung, nicht in die Technik-Einstellungen.
Wichtige Einstellungen danach
| Einstellung | Warum sie zählt |
|---|---|
| Datenaufbewahrung | Standard sind zwei Monate; für Jahresvergleiche oft 14 Monate sinnvoll. |
| Internen Traffic ausschließen | Damit Ihre eigenen Besuche nicht mitzählen. |
| Optimierte Analysen | Misst z. B. Scrollen, Downloads und ausgehende Klicks automatisch. |
| Schlüsselereignisse | Markiert wichtige Aktionen wie eine Kontaktanfrage. |
Was die Aufbewahrung genau betrifft, erklärt Google auf der Hilfeseite zur Datenaufbewahrung. Welche Aktion als Anfrage zählen sollte, beschreibt unser Beitrag Google Ads Conversion-Tracking – die Überlegung gilt genauso für Analytics.
Prüfen, ob die Messung funktioniert
Öffnen Sie Ihre Website in einem privaten Browserfenster, stimmen Sie im Cookie-Banner zu und rufen Sie zwei Seiten auf. Im Bericht „Echtzeit“ sollte Ihr Besuch nach kurzer Zeit erscheinen. Lehnen Sie im zweiten Test ab und prüfen Sie, dass sich das Verhalten ändert.
Fiktives Beispiel: Ein Wanderhotel in Tirol sieht nach der Einrichtung doppelt so viele Seitenaufrufe wie erwartet. Der Grund: Ein altes Plugin und der neue Tag Manager messen gleichzeitig. Nach dem Entfernen des Plugins stimmen die Zahlen.
Für Kampagnen-Links nutzen Sie UTM-Parameter, damit Newsletter und Social-Media-Beiträge in den Berichten getrennt erscheinen.
Welche Berichte am Anfang reichen
Google Analytics bietet sehr viele Berichte. Für den Einstieg genügen drei Fragen, die Sie einmal im Monat beantworten:
- Woher kommen die Besucher? Der Bericht zur Traffic-Akquisition zeigt Kanäle wie organische Suche, Social Media oder direkte Aufrufe.
- Welche Seiten werden gelesen? Der Bericht zu Seiten und Bildschirmen zeigt, welche Inhalte gefragt sind.
- Was tun Besucher danach? Die Schlüsselereignisse zeigen, wie oft zum Beispiel ein Formular abgesendet wurde.
Lesen Sie die Zahlen mit Vorsicht. Wer das Cookie-Banner ablehnt, erscheint je nach Einstellung nicht oder nur eingeschränkt in den Berichten. Die absoluten Werte sind daher eher Richtwerte; aussagekräftiger sind Veränderungen über mehrere Monate. Notieren Sie außerdem Änderungen an der Website, etwa einen Relaunch, damit Sie spätere Sprünge erklären können.
Checkliste
- Konto gehört dem Unternehmen, mindestens zwei Personen haben Admin-Zugriff.
- Zeitzone und Währung stimmen.
- Tag ist genau einmal eingebaut.
- Messung startet erst nach Einwilligung; Datenschutzerklärung ist ergänzt.
- Aufbewahrung, interner Traffic und Schlüsselereignisse sind eingestellt.
- Echtzeit-Test mit Zustimmung und Ablehnung ist erledigt.
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